Unser neuer Rückzugsort für die Insel: The Völkers House
Mallorca beginnt im Südosten der Insel oft ganz unscheinbar. Hinter Campos wird die Landschaft weiter, die Straßen werden leerer und zwischen den Trockenmauern stehen Olivenbäume, Feigen, Pinien und einige Horde an Schafen. In der Ferne liegt Santanyí. Am Nachmittag steht die Sonne hoch über den Feldern, später wird das Licht weicher und die Insel bekommt diese goldene Farbe, wegen der man am liebsten noch eine Runde fährt, obwohl das eigentliche Ziel längst erreicht ist.
Wohl kaum eine Insel gibt es, auf der wir mehr Zeit verbringen als auf Mallorca. Zumindest wenn man die vergangenen Jahre betrachtet. Es gibt dafür gute Gründe. Mallorca hat das Meer, natürlich. Dazu kommen die Landschaft im Inselinneren, die kleinen Orte, die Märkte, die Fincas, die Küche und ein Klima, das viele Monate im Jahr draußen stattfinden lässt. Vor allem aber hat die Insel ein eigenes Tempo.
Im Südosten, zwischen Campos und Santanyí, eröffnet im August 2026 mit THE VÖLKERS HOUSE ein neuer Ort, der genau an dieses Lebensgefühl anknüpft. Auf einem 28 Hektar großen Anwesen haben Christian und Ninon Völkers ein Country Estate geschaffen, das Architektur, Natur und argentinische Reitkultur miteinander verbindet.
Für die Architektur konnte Richard Meier gewonnen werden. Der Pritzker-Preisträger ist für seine klaren, hellen Gebäude und seinen präzisen Umgang mit Licht bekannt. Auf Mallorca trifft seine Architektur auf eine Landschaft, die bereits alles mitbringt, was ein solcher Entwurf braucht. Große Fenster mit Blick auf die Felder, Innen und Außen gehen ineinander über, die Gebäude bleiben hell und ruhig.




Das Anwesen umfasst vier Häuser mit insgesamt 15 Suiten. Jede verfügt über einen eigenen Garten. Die geringe Anzahl der Zimmer hält das Haus klein und persönlich. Wer hier einige Tage verbringt, erlebt das Anwesen eher wie ein privates Landgut als wie ein klassisches Hotel. Der Tagesablauf ergibt sich entsprechend aus dem Ort. Morgens geht der Blick über die Felder. Danach vielleicht ein Frühstück im Freien, ein Ausritt oder ein Vormittag am Pool. Mittags wird aus dem Mittagessen schnell ein längerer Aufenthalt am Tisch. Am Abend liegt warmes Licht über der Anlage. Dolce far niente oder wie war das nochmal gleich auf spanisch?
„El arte de no hacer nada„
„Die Kunst nichts zu tun“
Kulinarischer Mittelpunkt ist LA CANCHA. Das Restaurant verbindet mediterrane Küche mit lateinamerikanischen Einflüssen. Verwendet werden Produkte aus der Region sowie Kräuter und Gemüse aus dem eigenen Garten. Das Konzept folgt dem Farm-to-Table-Prinzip und passt damit gut zu einem Haus, dessen Küche eng mit der Landschaft verbunden sein soll.
Der Name LA CANCHA verweist zugleich auf die argentinische Seite des Projekts. Pferde spielen im THE VÖLKERS HOUSE eine zentrale Rolle. Zum Anwesen gehört ein Equestrian Centre mit nahezu 100 Pferden, einem Poloplatz und einer Grand Stand. Von dort lässt sich das Spiel beobachten, während dahinter die mallorquinische Landschaft liegt. Die Verbindung von Polo und Mallorca wirkt zunächst ungewöhnlich. Gleichzeitig passt sie erstaunlich gut zu einem Landgut dieser Größenordnung. Pferde gehören zur Geschichte vieler großer Estates, in Argentinien ist der Polosport Teil einer ausgeprägten Kultur. Im THE VÖLKERS HOUSE wird diese Tradition mit der mediterranen Umgebung der Insel verbunden.





Auch das Spa folgt dem Anspruch, den Aufenthalt individuell zu gestalten. Kuratiert wurde es von Celia Forner Venturi, der Gründerin der Skincare-Marke ALLEVEN. Angeboten werden Behandlungen für Haut und Körper, ergänzt durch Sportangebote und persönliche Erlebnisse auf Mallorca. Was man während des Aufenthalts unternimmt, bleibt dabei weitgehend dem eigenen Rhythmus überlassen. Das kann ein Ausflug nach Santanyí sein, ein Tag am Meer oder ein Ausritt über das Anwesen. Genauso gut kann es passieren, dass man einen ganzen Nachmittag dort verbringt, wo man morgens beim Frühstück gesessen hat.
Das ist vielleicht die interessanteste Idee hinter THE VÖLKERS HOUSE. Mallorca braucht wenig zusätzliche Dramaturgie. Die Insel liefert ihre eigene. Das Licht am späten Nachmittag, die Felder rund um Campos, die Nähe zum Meer und die langen Abende bestimmen den Rhythmus ohnehin. Richard Meiers Architektur gibt diesem Ort eine klare Form. Die argentinische Reitkultur sorgt für seinen Charakter. Die Küche, der Garten und das Spa holen das Konzept zurück in den Alltag eines Aufenthalts. Am Ende geht es um eine sehr einfache Vorstellung von Luxus: viel Platz, gutes Essen, Architektur, Landschaft und Zeit. Und davon hat Mallorca zum Glück reichlich.
Photos: The Völkers House (Ana Adriana, Harry Weber, Milena Pfannkuche, James McDonald)
