Schlossanger Alp: Diese sechs neuen Suiten liegen mitten in der Allgäuer Bergwelt
Wie schreibt man eine Familiengeschichte fort, ohne sie festzuschreiben? Mit dieser Frage hat sich Familie Ebert 2022 auseinandergesetzt. Vier Jahre später steht die Antwort auf 1.130 Metern: sechs neue Anger-Suiten, die an die gewachsene Geschichte der Schlossanger Alp anknüpfen und zugleich neue Räume für die Zukunft schaffen.
Seit 1913 gehört die Schlossanger Alp oberhalb von Pfronten zur Familie Schlachter-Ebert. Fünf Generationen später kommt ein neues Kapitel dazu. Seit August 2026 stehen neben dem Stammhaus die sechs Anger-Suiten. Vier Jahre Planung liegen hinter dem Neubau. Viel Zeit für die Frage, wie etwas Neues aussehen darf, wenn ein Ort bereits seinen eigenen Charakter hat.
Die Antwort fällt angenehm selbstverständlich aus: Holz, Glas und Stein. Drei Giebel greifen die Form des Stammhauses auf. Die Fassade hält sich zurück, dahinter beginnt der Wald. Und dann sind da diese Fenster. Raumhoch. Nach Südosten ausgerichtet. Mit Blick über die Allgäuer Berge bis zur Zugspitze.
Man könnte sich daran gewöhnen.

Die sechs Suiten sind zwischen 45 und 96 Quadratmeter groß. Darin sorgen dunkle Fischgratböden, maßgefertigte Einbauten und natürliche Materialien für eine Atmosphäre, die eher an ein sehr gut gemachtes privates Zuhause erinnert als an ein klassisches Hotelzimmer.
Das liegt auch an den Details, an den Sitzbänken direkt am Fenster, an einer freistehenden Badewanne, oder schliesslich auch den Kaminen, die in drei Suiten für Wärme sorgen. In der Schlossanger Suite hängt einer frei vor der großen Fensterfront. Feuer vor Bergen. Mehr braucht es eigentlich nicht.






Bei der Farbwelt wird es etwas mutiger. Rostrot zieht sich als verbindender Ton durch die Suiten, dazu kommen dunkles Grün, Mint und Beige. In der Schlossanger Suite treffen Gold und Ocker auf florale Muster, Bouclé und Samt. Möbel von Miniforms, AM Design und Freifrau ergänzen die maßgefertigten Arbeiten der regionalen Handwerksbetriebe.
Entworfen wurde das Interieur vor allem von Barbara Schlachter-Ebert und ihrer Tochter Beatrice Ebert. Dass dabei mit Handwerkern aus der Region gearbeitet wurde, ist kein Nebensatz. Einige der Betriebe begleiten die Familie seit Jahrzehnten.
Sechs Suiten, sechs eigene Geschichten
Die kleineren Suiten sind Rückzugsorte für zwei. Die 96 Quadratmeter große Familiensuite verteilt sich über zwei Etagen und bringt oben ein weiteres Schlafzimmer, ein Bad und einen kleinen Sportbereich mit Fitnessbike und Yogamatte unter. Unten wird gewohnt. Oben geschlafen oder trainiert.
Auch die Technik bleibt im Hintergrund. Eine zusätzliche Photovoltaikanlage ergänzt die bestehende Geothermie und Wärmepumpen sorgen im Winter für Wärme und im Sommer für Kühlung. Man sieht davon wenig. Was man sieht, sind die Berge. Und vielleicht ist genau das die Idee hinter dem Neubau: Technik, Architektur und Gestaltung müssen hier nicht um Aufmerksamkeit konkurrieren. Sie schaffen den Rahmen für das, was ohnehin da ist.
Oben angekommen
Zur Schlossanger Alp gehört das 3.000 Quadratmeter große ALP SPA mit Infinity Pool, vier Saunen und Naturbadesee. Dazu eine Küche, die sich auf das Allgäu konzentriert, und ein Weinkeller mit mehr als 600 Positionen.



Die Anger-Suiten beginnen bei 569 Euro für zwei Personen, die Familiensuite bei 950 Euro. Frühstück, Nachmittagsgenuss und die Nutzung des ALP SPA sind inklusive. Hier gehts zum Hotel.
Fotos: Jenny Haimerl für Schlossanger Alp
