Durchs malerische Bayern bei der Alex v. Falkenhaus Classics.

Mit über 60 klassischen Automobilen auf schönen Straßen zu bezaubernden Orten Niederbayerns, kulinarisch dabei regelmäßig verköstigt und immer begleitet durch Benzingespräche mit Gleichgesinnten – die 31. Falkenhausen Classics war ein Genuss für alle Sinne.

Noch ist alles ruhig und etwas verschlafen an diesem Samstagmorgen auf Schloss Neufahrn, dem Startpunkt der zweitägigen Rallye. 2019 fand sie zum letzten Mal statt, umso größer ist die Vorfreude, wieder durchzustarten. Und das Warten hat jetzt endlich ein Ende, als sogleich die ersten Teilnehmer eintreffen und der Klang der Motoren das Gezwitscher der Vögel übertönt. Nach und nach trudeln die Klassiker auf dem Areal ein, und es zeigt sich, welch bunte Mischung aufgeboten ist. Von Vorkriegs-Fahrzeugen aus den 20er Jahren über zeitlose Ikonen wie E-Type oder 356 bis hin zu Muscle-Cars a la Mustang, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Die Zeit bis zum Fahrerbriefing und bis zum Start wird natürlich noch genützt, manche studieren bei Weißwurst und Breze schon mal das Roadbook, andere nehmen noch letzte Kontrollen bei ihrem Auto vor, es kann losgehen.

Also, Gang einlegen und rechten Fuß Richtung Bodenblech. Zwar ist die erste Etappe zum BMW-Service Zentrum Dingolfing ohne Zeitnahme, doch hält das die Fahrer nicht davon ab, schon mal einen Vorgeschmack darauf zu geben, was in ihnen und ihren Schätzen steckt. Vor lauter Enthusiasmus vergisst der eine oder andere dabei ganz, darauf zu achten, wohin es geht, denn bei einer Rallye wird nach Roadbook gefahren, das heißt, dass der Co-Pilot dem Fahrer die Anweisungen vorliest, wohin es in wie vielen Metern geht, da wird der Weg schon zu einem Ziel. Nach kleinen Snacks beim ersten Etappenziel geht es trotz eines Sommerregens, der der einzige an diesem Wochenende bleibt, weiter, und zwar mit der ersten Wertungsprüfung. Über Landstraßen, durch Wälder und über Wiesen winden sich die Straßen, die zum genussvollen Autofahren einladen. Doch wird mit dem Tempo nicht zurückgehalten, wobei sich das für Boliden wie Jaguars oder Aston-Martins natürlich gehört. Umso überraschter sind die Blicke da, als plötzlich ein Messerschmidt Kabinenroller im Landstraßentempo förmlich vorbeifliegt, „Lebensmüde“, so die Beschreibung vom Piloten. Nach über drei Stunden auf der Straße ist es dann schon soweit, die Motoren abzustellen, den Puls wieder sinken zu lassen und den Tag mit feinem Essen und dem Blick über Landshut enden zu lassen.

Kaum eingeschlafen klingelt auch schon der Wecker, und es heißt wieder durchstarten mit dem zweiten, fahrintensiveren Tag der Falkenhausen Classics. Treffpunkt ist das Porsche Zentrum Landshut, wo nochmal ordentlich Energie beim Frühstück gesammelt wird, während die Autos von interessierten Zuschauern unter die Lupe genommen werden, und schon gehts auf die Straße. Allerdings nur ein kurzes Stück, und zwar in die Altstadt Landshuts, wo alle Autos zum Concours d‘ Elegance aufgereiht werden. Die malerische Kulisse der Altstadt, welche normalerweise ja eine Fußgängerzone ist, gibt angesichts der bewundernswerten Oldtimer den perfekten Rahmen, sich einfach treiben und in eine andere Zeit zurückversetzen zu lassen. Von Omas und Opas mit ihren Enkeln bis hin zu vierbeinigen Freunden ist die Fußgängerzone gefüllt, und es dreht sich alles nur um eines, die Faszination klassischer Automobile. Egal wohin man sieht, überall begegnet einem das Funkeln in den Augen vor Begeisterung. Und genau diese Stimmung, diese Begeisterung und Zugänglichkeit für alle, ist das, was die Veranstaltung nun schon seit 40 Jahren so besonders macht. Veranstalterin Verena Proebst, die nun seit über 10 Jahren das Erbe ihrer Eltern, Walter und Hilde Proebst, weiterführt und die Falkenhausen Classics zu ihrem Gedenken mit ihrem Team organisiert, ist auch genau das wichtig, die Rallye im Sinne ihrer Gründer für alle greifbar zu machen und die Begeisterung mit allen zu teilen.

Die Altstadt erwacht richtig zum Leben, als die Teilnehmer ihre Motoren starten und sich durch die Menschen einen Weg bahnen. Gänsehaut. Die mittlerweile schon eingespielten Teams machen sich also auf den Weg, Seite für Seite, Kurve um Kurve, immer mit der Zeit im Blick und einem, wenn auch konzentriertem, Grinsen im Gesicht. In Mariakirchen beim Schlossbräu dann die Rast zu Mittag, durchatmen und wieder Energie tanken, bevor es dann zur finalen Etappe mit Ziel auf der Burg Trausnitz geht. Der Nachmittag vergeht wie im Flug, und schon treffen die ersten Teilnehmer in der mittelalterlichen Burg ein. Was für ein Anblick, als der 1926 gebaute Studebaker durch das Tor fährt und das wie immer von Zuschauern umringt, die sich über den Anblick genauso freuen wie wir.

Nachdem fast alle Teilnehmer eingetroffen sind – manche mussten aufgrund technischer Probleme leider kapitulieren – ist es schon an der Zeit, die Sieger zu verkünden und das Wochenende bei einem wohlverdienten Kaltgetränk ausklingen zu lassen. Es war ein Hochgenuss, wir sehen uns 2023!

Fotos & Text: Andi Griesbeck