Das nächste Kapitel von Marc Philipp Gemballa – der Marsien GT

Als Marc Philipp Gemballa den Marsien 2021 beim Pebble Beach Concours d’Elegance präsentierte, war schnell zu erkennen, dass hier etwas Neues und Außergewöhnliches entstanden war. Die Inspiration stammte aus der großen Ära der Paris Dakar Rallye. Ein moderner Supersportwagen sollte demnach nicht nur auf perfektem Asphalt funktionieren, sondern seine Fähigkeiten auch abseits befestigter Straßen unter Beweis stellen.

Der neue Marsien GT schlägt nun ein weiteres Kapitel auf. Die Grundidee bleibt, doch der Schwerpunkt verschiebt sich ein wenig. Der GT ist die Weiterentwicklung des Marsien für die Straße. Aus dem All Terrain Konzept wird ein Grand Tourer mit stärkerem Fokus auf Fahrdynamik, Präzision und Alltagstauglichkeit.

Die Basis bildet, wie auch schon beim „normalen“ Marsien, ein Porsche 992 Turbo S. Bis zum fertigen Marsien GT bleibt davon allerdings wenig unverändert. Rund 1.500 individuell entwickelte Komponenten fließen in die Konstruktion ein. Mehr als 100 Carbon Teile bilden das neue Exterieur. Jedes Karosserieteil wurde mit Blick auf Gewicht, Kühlung und Aerodynamik entwickelt und bringt rund 75 Kilogramm weniger als das Serienfahrzeug auf die Waage. Der GT trägt übrigens erneut die Handschrift von Alan Derosier, der bereits für das Design des Marsien verantwortlich war.

Die Aerodynamik wurde umfassend überarbeitet. Aktive Lamellen in den vorderen Kotflügeln reduzieren Auftrieb und Verwirbelungen, während der aktive Heckflügel zusätzlichen Abtrieb erzeugt und bei Bedarf als Luftbremse arbeitet. Ein Dach Scoop versorgt die Ladeluftkühler mit Luft, weitere Einlässe unterstützen Motor und Bremsenkühlung. Ein vollständiger Carbon Unterboden optimiert die Luftführung zum Diffusor.

Gemeinsam mit KW Automotive entstand ein neues Fahrwerk mit Doppelquerlenker Vorderachse und einem speziell abgestimmten DDC V5 Dämpfersystem. Die elektronisch geregelten Dämpfer reagieren innerhalb von 20 Millisekunden auf wechselnde Fahrsituationen. Die Bodenfreiheit beträgt 100 Millimeter. Für Rampen und Einfahrten lässt sich die Vorderachse um 60 Millimeter anheben. Verschiedene Fahrmodi verändern die Abstimmung von Dämpfern, Getriebe und Motor. Geschmiedete 20 und 21 Zoll Räder mit Zentralverschluss und Michelin Pilot Sport Cup 2 Reifen stellen den Kontakt zur Straße her.

Beim Antrieb setzt Marc Philipp Gemballa erneut auf RUF Automobile. Der überarbeitete Biturbo Sechszylinder Boxer leistet mehr als 830 PS und entwickelt 930 Newtonmeter. Optimierte VTG Turbolader sowie eine angepasste Motor und Getriebesteuerung gehören zu den wesentlichen Änderungen.

2,4 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h und 330 km/h Höchstgeschwindigkeit stehen im Datenblatt. Eine weitere Ausbaustufe mit mehr als 900 PS befindet sich bereits in Entwicklung.

Für den passenden Klang sorgt eine eigens entwickelte Titan Vierrohr Abgasanlage von Akrapovič. Was auch sonst?

Eine Hommage an Uwe Gemballa

Das Premierenfahrzeug trägt die eigens entwickelte Farbe Anniversary Liquid Champagne Gold. Der mehrschichtige Champagner Gold Ton entstand zum 70. Geburtstag von Uwe Gemballa und erinnert zugleich an die Farbgebung des ersten Marsien. Im Innenraum treffen dunkles Alcantara, Carbon Schalensitze und champagnerfarbene Akzente aufeinander. Die erhöhte Mittelkonsole trägt einen Aluminium Schalthebel, dessen Gestaltung an den Carrera GT erinnert. Weitere Materialien und Ausstattungsdetails lassen sich individuell konfigurieren. Eine Metallplakette in der Mittelkonsole trägt die jeweilige Produktionsnummer.

Nur 30 Exemplare

Vom Marsien GT entstehen lediglich 30 Exemplare. Gemeinsam mit dem bisherigen Marsien steigt die Gesamtproduktion damit auf 70 Fahrzeuge weltweit. Auch diese Zahl erinnert an den 70. Geburtstag von Uwe Gemballa. Der Preis liegt bei 770.000 Euro netto, ohne Basisfahrzeug, Steuern, Zölle und Transport. Die Serienproduktion beginnt 2027, die ersten Auslieferungen sind für Ende des Jahres vorgesehen. Seine Weltpremiere feiert der Marsien GT während der Monterey Car Week 2026 in Pebble Beach, dort, wo auch schon der Marsien vor fünf Jahren erstmals vorgestellt wurde.