Vanwall

Vanwall – dieser Name ist außerhalb von Großbritannien heutzutage kaum noch bekannt. In den 1950er Jahren kannten Motorsportfans ihn hingegen weltweit. Tony Vandervell versuchte mit seinem eigenen Rennteam ein britisches Gegengewicht zu setzen, um die italienischen Rennautos von Alfa Romeo, Maserati und Ferrari zu schlagen. Dabei war es ihm wichtig, dass die Rennwagen komplett in Großbritannien entstanden. Anfänglich half er beim B.R.M.-Team mit, entschloss sich dann jedoch zu einem eigenen Rennstall. So erwarb er 1949 einige Ferrari 125 Monoposti. Diese ließ er von seinen Mitarbeitern leicht modifizieren und grün lackieren. Als Thinwall Special nahmen sie anschließend an diversen Veranstaltungen teil. Es dauerte jedoch bis 1954, ehe komplette Eigenkonstruktionen unter dem Namen Vanwall auftauchten. Anfänglich machte das aus vier Norton-Motorradmotoren zusammengesetzte Triebwerk jedoch häufig Probleme. In der Motorenentwicklung von Vanwall arbeitete damals unter anderem der junge Colin Chapman, später Begründer von Lotus.

Er schaffte es, die Kinderkrankheiten des Triebwerks in den Griff zu bekommen und bis zu 285 PS herauszukitzeln. Beim Debüt des überarbeiteten Vanwall in Silverstone 1956 siegte Stirling Moss. Es folgten diverse weitere Erfolge bis hin zum Gewinn der Markenweltmeisterschaft 1958. Allerdings starb im gleichen Jahr Stuart Lewis-Evans am Steuer eines Vanwall, was dem Teamchef die Freude am Erfolg verdarb. In den folgenden zwei Jahren fuhr das Team keine weiteren Siege ein und wurde schließlich Ende 1960 aufgelöst. Alle Stories zu Vanwall und Tony Vandervell finden sich in ungewöhnlicher Tiefe im Buch „Vanwall – The Story of Britain’s First Formula One World Champions“. Es erschien erstmalig 1975 und wurde nun in leicht überarbeiteter, auf 288 Seiten erweiterter Form von Porter Press International neu aufgelegt. Neben der von Co-Autor Doug Nye unterschriebenen Limited Edition (1.000 Exemplare) gibt es auch die Collector’s Edition mit zusätzlichem Autogramm von Tony Brooks (100 Exemplare).

Bilder: Porter Press International