Supersportwagen bei Bonhams

2016 ging ein Seufzer durch das weltweite Lager der Sportwagenfans. Der Grund dafür waren zahlreiche Bilder aus Genf in der Schweiz, wo die Polizei eine große Sammlung von Sportwagen und Luxusfahrzeugen beschlagnahmte. Diese gehörten Teodoro Obiang Nguema Mangue, Sohn des Präsidenten von Äquatorialguinea und inzwischen selbst Vizepräsident sowie Minister für Land- und Forstwirtschaft in der Regierung seines Vaters. Allerdings hält er sich überwiegend an seinen Wohnsitzen in den USA sowie in London, Paris und Rio de Janeiro auf, wo er mit vollen Händen das Geld verprasst, das zuhause seinem Volk an allen Enden fehlt. In diversen Ländern laufen Ermittlungsverfahren wegen Korruption, Geldwäsche, Veruntreuung öffentlicher Gelder und krummen Geschäften mit Öl- und Erdgasfirmen gegen ihn, weshalb es bereits 2011 zu einer Beschlagnahmung mehrerer Autos in Paris kam. Diese wurden einige Zeit später versteigert, allerdings beinahe unbemerkt von der Weltöffentlichkeit bei einem nahezu unbekannten französischen Auktionshaus.

Dieses Schicksal bleibt den 25 in Genf beschlagnahmten Fahrzeugen nun erspart. Sie kommen Ende September beim renommierten Auktionshaus Bonhams unter den Hammer, das hierfür eigens eine Versteigerung am prestigeträchtigen Bonmont Golf & Country Club in Genf veranstaltet. Um diese anzukündigen, stellte man nun vier einzigartige Fahrzeuge für ein erstes Fotoshooting zusammen. Bereits diese wenigen Autos lassen Fans vermutlich das Wasser im Mund zusammenlaufen, handelt es sich doch um absolute Supersportwagen, die bereits einzeln selten zu sehen sind. In dieser Konstellation waren sie unserer Kenntnis nach noch nie gebündelt auf einem Foto zu sehen, geschweige denn öffentlich im Angebot.

Die Bilder zeigen einen Bugatti Veyron, der im Vergleich zu den anderen abgebildeten Fahrzeugen tatsächlich beinahe als Massenprodukt durchgeht. Immerhin gab es von allen Varianten des Veyron zusammen 450 Exemplare weltweit. Daneben parkt ein gelber McLaren P1, von dem zwischen 2013 und 2015 insgesamt 375 Exemplare im britischen Woking vom Band liefen. Warum diese Autos bereits als Großserienfahrzeuge bezeichnet werden müssen, erschließt sich erst beim Blick auf die anderen beiden Fotoobjekte. Beide vereint nicht nur ihre wilde Aerodynamik und der Faktor, dass man sie dachlos offen bewegen kann, sondern auch die Tatsache, dass die jeweilige Produktionszahl im einstelligen Bereich stehenblieb.

Den zweifelsfrei wildesten Eindruck macht dabei ein Lamborghini Veneno Roadster, der in seiner Zweifarblackierung aus Weiß und Hellelfenbein absolut weltweit einzigartig ist. Lamborghini baute neun Exemplare des Roadsters, nachdem die Coupé-Version bei drei Kundenautos und einem Werksprototyp belassen wurde. In blauem Sichtcarbon mit Akzenten in schwarzem Carbon und mit blauen Streifen versehen zeigt sich zudem einer von nur sieben gebauten Koenigsegg One:1. Diesen Supersportwagen baute die schwedische Firma 2014, um unter Beweis zu stellen, dass ein Verhältnis von 1:1 zwischen Leistung in PS und Gewicht in Kilogramm möglich ist. Der Wagen wiegt 1.360 Kilogramm und verfügt über 1.360 PS. Neben diesen vier Autos umfasst die Bonhams-Auktion 21 weitere Fahrzeuge, wobei die Spreizung vom Aston Martin One-77 oder Ferrari LaFerrari bis hin zum Mercedes-Maybach S 600 oder einigen Bentley und Maserati reicht. Nähere Informationen und den genauen Auktionskatalog veröffentlicht Bonhams in Kürze.

Bilder: Bonhams