Subaru XT

Kennen Sie ein keilförmiges Sportcoupé der 1980er Jahre aus Japan? Nein, der Toyota Supra und der Nissan 300 ZX fallen gegenüber dem von uns gemeinten Fahrzeug aufgrund zuvieler Rundungen raus. Beim Subaru XT hat man auf den ersten Blick wirklich das Gefühl, die Designabteilung hätte nur Lineale und Geodreiecke zur Hand gehabt. Ein Kurvenlineal oder gar ein Zirkel kamen einzig und allein für die Räder und die Kotflügel zum Einsatz. Ansonsten dominieren gerade Linien und klare Kanten die Karosserie. Trotzdem schaffte sie im Windkanal einen Luftwiderstandsbeiwert (Cw) von 0,29. Dieses Ergebnis erreichte man durch Feinarbeiten. So verschwindet der einzelne vordere Scheibenwischer bei Nichtgebrauch komplett unter der Motorhaubenkante. Zudem integrierte man die Türgriffe glattflächig in die Türen.

XT, Alcyone oder Vortex

Für die technische Basis des Sportcoupés griff Subaru auf die dritte Modellgeneration der L-Serie zurück, die auch in Europa angeboten wurde. In Japan hieß die Modellreihe Leone, in den USA schlicht DL. Auch das Coupé hatte unterschiedliche Bezeichnungen. Während Europäer den Wagen als XT kennen, stand er in Japan als Alcyone bei den Händlern. In einigen anderen Märkten wie Australien und Neuseeland kannte man ihn als Vortex. Typisch für die 1980er Jahre waren die Klappscheinwerfer. Die Grundform der Blechdeckel erinnert ein wenig an die gleichen Teile bei der dritten Generation des Honda Prelude. Allerdings kam dieses Fahrzeug erst drei Jahre nach der Premiere des XT auf den Markt. Diese fand in Europa im Herbst 1984 und auf anderen Märkten im Folgejahr statt.

Vier Zylinder in Europa, sechs in Japan und USA

Unter der Motorhaube der europäischen Version steckte ein 1,8 Liter großer Vierzylinder-Boxermotor. Dank eines Blocks aus Aluminium, wassergekühltem Turbolader und obenliegenden Nockenwellen standen 100 kW/136 PS zur Verfügung. Durch die Einführung eines geregelten Katalysators Anfang 1988 sank die Leistung auf 88 kW/120 PS. Ein Allradantrieb gehörte zur Serienausstattung, anfänglich zuschaltbar, ab 1988 permanent. Zudem war das Fahrwerk mit Luftfederung und Höhenverstellung ausgerüstet. Außerhalb Europas gab es auch Varianten ohne Turboaufladung und mit Vorderradantrieb. In den USA und Japan rollte zudem der XT6 mit 2,7 Liter großem Sechszylinder-Boxermotor zu den Händlern. Dies war das erste Modell, das die damals gültigen japanischen Regularien für maximal zwei Liter große Motoren überschritt. Dadurch wurde der Wagen dort als Luxusfahrzeug eingestuft und mit einer höheren jährlichen Straßensteuer belegt.

Luftfahrtinspirationen im Interieur

Neben der aerodynamischen Außenform zeigte sich auch das Interieur von der Luftfahrt inspiriert. Speziell der lange Schalthebel, der den Weg der Fahrerhand zwischen Lenkrad und Schaltung verkürzen sollte, erinnert stark an einen Flugzeug-Schubhebel. Alle Bedienknöpfe und -schalter wanderten in zwei Konsolen auf beiden Seiten hinter dem Lenkrad. Dieses erhielt lediglich zwei Speichen, von denen eine nach unten und eine nach rechts zeigte. An die höhenverstellbare Lenksäule war auch das Instrumentenpanel montiert, damit die Anzeigen immer im Blickwinkel des Fahrers blieben. Optional gab es Digitalanzeigen für Tempo und Drehzahlmesser. Mittig im Armaturenbrett saß ein digitales Statusdisplay für offene Türen, aktivierten Allradantrieb und weitere Funktionen.

Günstiger Preis trotz Seltenheit

Insgesamt entstanden zwischen Herbst 1984 und Ende 1990 98.918 Exemplare des Subaru XT. 8.170 davon verblieben in Japan, nur 1.056 fanden Käufer in Deutschland. Entsprechend selten tauchen diese Fahrzeuge heutzutage auf Oldtimertreffen oder zum Verkauf auf. Zum Zeitpunkt dieses Artikels stehen weniger als zehn Subaru XT in deutschen Online-Plattformen zum Verkauf. Die Preise liegen zwischen 6.500 und 13.000 €. Man darf also von einem Schnäppchen mit H-Kennzeichen sprechen.

Bilder: Subaru