Sportliche Modelle von Seat

In den zurückliegenden Jahrzehnten baute Seat diverse sportliche Modelle. Beginnend beim 850 Coupé reicht diese Geschichte bis zum Cupra Leon. Gerade die historischen Modelle sind durchaus einen Blick wert, da sie überwiegend ausschließlich für den spanischen Markt gebaut wurden. Erst mit der ersten Ibiza Generation wandelte sich das Bild langsam. Doch beginnen wir lieber ganz vorne.

850 Coupé

Ab 1966 lief in Barcelona der 850 als größerer Modellbruder des 600 vom Band. Wie alle frühen Modelle der Marke Seat handelte es sich auch hier um eine baugleiche Lizenzfertigung des gleichnamigen Fiat. Ein Jahr nach der 850 Limousine mit zwei oder vier Türen folgte ein sportlicher 2+2-Sitzer als 850 Coupé. Gegenüber dem Familienfahrzeug lag der Verkaufspreis rund 30 Prozent höher. Dafür gab es jedoch auch höhere Fahrfreude. Dank Doppelvergaser und höherer Verdichtung standen 47 PS bei 6.200 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung. In Verbindung mit der aerodynamisch geformten Karosserie, die nur 740 Kilogramm auf die Waage brachte, konnten die Kunden eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h erreichen. Erstmals in der Markengeschichte kamen an der Vorderachse Scheibenbremsen zum Einsatz. Parallel zum Fiat 850 Coupé gab es 1969 eine Modellpflege mit Doppelscheinwerfern vorn und doppelten Rückleuchten. Das Ergebnis hieß Seat 850 Sport Coupé. Passend dazu erhöhte man die Leistung auf 52 PS aus 903 Kubikzentimetern Hubraum.

1200 Sport

Ein völlig eigenständiges Sportmodell ohne direkten Bezug zum Fiat-Modellprogramm entstand 1975 im damals neuen Seat Technik Center. Mit einer durch Aldo Sessano gestalteten Karosserie, die bei Inducar gefertigt wurde, entstand der 1200 Sport. Unter der Motorhaube saß quer statt längs das Triebwerk aus dem Seat 124, der hierfür um 16 Grad nach unten gekippt wurde. Dies machte ein eigenes Getriebe nötig. Am Ende standen 67 PS bereit. Nur ein Jahr später stellte Seat dem 1200 Sport den stärkeren 1430 Sport zur Seite. Dieser leistete 77 PS und erhielt ein sportlicher gestaltetes Armaturenbrett. Durch die Fahrzeugnase aus schwarzem Polyurethan erhielten diese Modelle im Volksmund den Spitznamen ‚Bocanegra‘ (schwarzer Mund). Bis 1979 entstanden 19.322 Exemplare, davon rund zwei Drittel als 1200 Sport.

Fura Crono

Anschließend dauerte es bis 1982, ehe mit dem Seat Fura Crono ein neues Sportmodell erschien. Dieser basierte auf dem Seat 127, der in Spanien zum Fura weiterentwickelt worden war. Um wettbewerbsfähige Preise erzielen zu können, plante man von Anfang an größere Stückzahlen an. Optisch lehnte man sich ein wenig am Bocanegra an und verpasste dem Fura Crono eine Front aus schwarzem Kunststoff. Die Schürzen an Front und Heck setzten sich optisch durch Kotflügelverbreiterungen und passend gestaltete Schwellerverkleidungen fort. Heute würde man entsprechende Anbauteile eher bei SUVs finden. Auf 760 Kilogramm trafen hier 75 PS aus 1,4 Liter Hubraum. Ein manuelles Fünfgang-Getriebe übertrug sie auf die Vorderräder und machte den Wagen 160 km/h schnell. Auf der Basis des Fura Crono gab es den Markenpokal Fura Cup, in dem sich drei Jahre lang die besten spanischen Rennfahrer gegeneinander maßen.

Ibiza SXi

Im Sommer 1984 erschien mit dem Ibiza das erste Modell nach der Trennung zwischen Seat und Fiat. Erstmals betrieb die spanische Marke auch den Export in größerem Stil. Dank des Designs von Giorgetto Giugiaro, der durch Karmann in Osnabrück vorbereiteten Karosserieproduktion und den von Porsche entwickelten Vierzylindermotoren entstand ein hervorragender Kleinwagen. Vier Jahre später präsentierte Seat eine sportliche Topversion namens SXi. Dank einer elektronischen Einspritzanlage anstelle von Vergasern stieg die Leistung des 1,5-Liter-Motors von 85 auf 100 PS. Passend zur Mehrleistung kam ein Zweikreisbremssystem mit innenbelüfteten Scheibenbremsen vorn zum Einsatz. Wie beim Fura Crono erhielt die Karosserie Kotflügelverbreiterungen und Schwellerverkleidungen in schwarzem Kunststoff.

Ibiza GTi

Als letztes Fahrzeug möchten wir uns in diesem Artikel kurz dem Ibiza GTi widmen. Das Sportmodell der zweiten Modellgeneration erschien 1993. Erneut hatte Stardesigner Giugiaro seine Hände mit im Stil und verhalf dem vormals eckigen Design zu mehr Rundungen. Mit der Einführung des Ibiza II begann die Produktion im damals neu gebauten Werk in Martorell, das heute das Seat-Stammwerk ist. Von außen unterschied sich der GTi kaum von seinen schwächeren Modellgeschwistern. Dafür hatte er es faustdick hinter den Ohren, oder in diesem Fall unter der Haube. Ein zwei Liter großer Vierzylindermotor mit 116 PS beschleunigte den Dreitürer auf bis zu 198 km/h. Ein Jahr später wechselte die inzwischen zuständige Abteilung Seat Sport auf einen 1,8 Liter großen 16V-Motor mit 130 PS und 206 km/h Höchstgeschwindigkeit. Beide Varianten liefen auch als Rallyefahrzeuge. Da dort fortwährend weiterentwickelt wurde, folgten schließlich die jeweils 150 PS starken 2,0-16V-Varianten Ibiza Cupra und Ibiza Cupra 2. Nach einem größeren Facelift 1999 stieg die Leistung im Ibiza Cupra R sogar auf bis zu 180 PS aus einem 1,8-Liter-Turbomotor.

Bilder: Seat