Nismo Restored Car

Nissans Motorsport- und Performance-Abteilung Nismo bietet ab sofort Werksrestaurierungen an. Den Anfang machen dabei die weltweit beliebten Skyline GT-R-Modelle der Baureihe R32. In der Szene der Klassikerfans sogenannter JDM-Fahrzeuge (Japanese Domestic Market) genießt der Skyline GT-R einen besonders guten Ruf. Zwischen 1989 und 1993 lief die achte Generation (intern R32) vom Band. Vom 280 PS starken GT-R und den werksgetunten Varianten Nismo, V-Spec und V-Spec II entstanden in dieser Zeit 43.661 Exemplare. Ab Werk leisteten die 2,6 Liter großen Reihensechszylindermotoren mehr, als offiziell angegeben. 280 PS waren in Japan damals das Maximum, auf das sich alle lokalen Hersteller geeinigt hatten. Gute Fahrzeuge sind heute gesuchte Sammlerautos und dürfen inzwischen auch in den USA offiziell eingeführt werden.

Torsionsverbesserung und Neulackierung

Anhand eines grau lackierten Skyline GT-R präsentiert Nismo nun die Werksrestaurierungen. Diese ist in drei Stufen möglich, wobei die größte Version für dieses Auto zum Einsatz kam. Hierfür zerlegt man das eingelieferte Kundenfahrzeug bis zur entlackten Rohkarosserie. Eine eingehende Prüfung zeigt auf, ob Reparatur- und Versteifungsmaßnahmen oder sogar Rostbekämpfung nötig sind. Nachdem diese ausgeführt wurden, kommt die Karosserie in mehrere Tauchbäder und erhält so den gleichen Lackaufbau, wie einst in der Produktion. Anschließend erfolgt von Hand der Farbauftrag und die Klarlackschicht. Dabei kann der Kunde jede Farbe auswählen, die ab Werk neu verfügbar war.

Während der Karosseriearbeiten bereiten die Motorentechniker von Nismo auch die Technik und das Interieur auf. Hierfür zerlegt man auch das Triebwerk bis zur letzten Schraube. Kolben, Pleuel und Kurbelwelle erhalten eine Feinwuchtung. Mit neuen Dichtungen und Schrauben erfolgt dann die Komplettierung. Optional ist eine Aufrüstung mithilfe der Nismo-Teilepalette möglich. Auch das Kraftstoffsystem und der Bremskreislauf erhalten eine Auffrischung durch neue Komponenten.

Abnahmefahrten nach Vollendung

Die Polsterstoffe werden je nach Zustand umfangreich gereinigt oder gegen neue Bezüge ausgetauscht. Da es den originalen Stoff nicht mehr gibt, kommt der aus dem aktuellen GT-R (R35) zum Einsatz. Kunststoffteile des Armaturenbretts können bei Bedarf geklebt und neu lackiert werden. Natürlich überprüft Nismo beim Zusammenbau auch die Funktion aller elektrischen Systeme. Am Ende erhält der Wagen Schutzfolierungen wie ein Neufahrzeug und geht auf diverse Abnahmefahrten auf einem Prüfstand und auf der Nissan-Einfahrbahn. Eine Metallplakette im Interieur gibt Aufschluss darüber, dass diese umfangreichen Arbeiten in Japan durchgeführt wurden.

Nicht gerade preisgünstig

Für ein „Nismo Restored Car“ ruft der japanische Hersteller mindestens 45.000.000 Yen (inklusive Steuern) auf. Das sind umgerechnet rund 357.000 €. Hinzu kommt der Kauf des Basisfahrzeugs, falls ein solches noch nicht vorhanden ist. Preisgünstig ist ein solcher Auftrag also nicht, zumal das Auto für die Arbeiten nach Japan verschifft werden muss. Als kleinere Pakete gibt es die Option „Complete Refresh & Overhaul“ mit sovielen Austauschteilen wie nötig und Auffrischung der Optik sowie das Paket „Section Refresh & Overhaul“. Letzteres beinhaltet nur Arbeiten an den Bereichen, die der jeweilige Kunde vorgibt.

Bilder: Nismo