MG Cyberster

Obwohl es in Kontinentaleuropa kaum jemand mitbekommt, gibt es die traditionsreiche britische Automarke MG immer noch. Nachdem BMW sich von Rover und MG im Jahr 2000 getrennt hatte, lief die Geschichte noch bis April 2005 weiter, ehe ein Konkurs für den Rückzug von vielen Weltmärkten sorgte. Wenige Monate später erwarb die chinesische Nanjing Automobile Group die Namens- und Markenrechte an MG. Nanjing ging an den SAIC Motor Konzern, der die Fertigungsstätten und -werkzeuge von Rover erworben hatte, jedoch keine Markenrechte besaß. Stattdessen entstanden mit diesen Maschinen nun neue MG-Fahrzeuge für den chinesischen Markt. Zwischen 2008 und 2016 existierte in Großbritannien wieder eine Produktionsstätte, wo allerdings lediglich Bausätze aus chinesischer Fertigung komplettiert wurden. Inzwischen strebt MG eine Ausweitung der Exportmärkte an. Hierfür wirft man vor allem einen Blick auf Kontinentaleuropa, wo man mit elektrifizierten SUVs und Hybridfahrzeugen punkten möchte.

Auf lange Sicht könnte es sogar wieder einen neuen Sportwagen mit MG-Logo geben. Einen Ausblick darauf präsentierte die britische Marke mit chinesischer Mutter Ende vergangener Woche auf ersten Bildern. Auf der Shanghai Auto Show, die im Verlauf dieses Monats öffnen soll, steht der Cyberster dann live. Optisch nimmt der zweisitzige Roadster einige Details vom klassischen MGB auf. Dazu zählen die runden Scheinwerfer, der Lufteinlass unterhalb des vorderen Markenlogos und die betonten Kotflügel. Wenn die Leuchten ausgeschaltet sind, senkt sich ein interaktives ‚Magic Eye‘-Augenlid über die Scheinwerfer. Mit der Form der Rückleuchten zeigt der Cyberster nicht nur deutlich die Richtung an, in die der Fahrer abbiegen möchte, sondern zitiert auch ein wenig die Flagge Großbritanniens. Angetrieben wird die Studie von einer neuen Elektroplattform, die 800 Kilometer Reichweite ermöglicht. Der Spurt auf Tempo 100 gelingt in weniger als drei Sekunden.

Bilder: MG Motor UK Limited