Nachbau nach alten Plänen

Porsche 356 B Zagato Coupé

Auto 14.09.2020
Porsche 356 B Zagato Coupé

1957 bestellte der französische Porsche-Werksrennfahrer Claude Storez bei Zagato in Italien einen leichtgewichtigen Speedster auf Basis des 356. Die stromlinienförmige Karosserie entstand im patentierten Superleggera-Verfahren aus Aluminiumblechen über einem Rohrgeflecht. Storez bewegte den 356 Zagato Speedster mit einigem Erfolg in der Sportwagensaison 1958, verunglückte jedoch am 7. Februar 1959, woraufhin das Auto allen Quellen nach verschrottet wurde. Allerdings imponierten Porsche die Rennergebnisse des Leichtbau-Speedsters so sehr, dass sie bei Zagato eine Machbarkeitsstudie für ein geschlossenes Coupé mit maximal 700 Kilogramm Leergewicht in Auftrag gaben. Diese Entwürfe wurden 1959 fertiggestellt, allerdings kam es nie zu einer realen Umsetzung. Die Gründe hierfür liegen im Nebel der Vergangenheit. Es vergingen über 55 Jahre, ehe erneut die Sprache auf den Speedster und das nie gebaute Coupé kam. Inzwischen leitete Andrea Zagato das Familienunternehmen gemeinsam mit seiner Frau Mirella und ging gemeinsam mit seinem Team daran, das Werksarchiv zu digitalisieren. Dabei stieß man auf die originalen Pläne, Zeichnungen und Bilder von beiden Karosserieversionen.

Schnell reifte die Idee, im Rahmen des neu begründeten 'Sanction Lost'-Programmes eine neu aufgebaute Kleinauflage des Porsche 356 Zagato Coupés und Speedsters aufzubauen. Zagato fragte offiziell bei Porsche an und erhielt die Erlaubnis, an den je neun Exemplaren pro Karosserie weiterhin das Logo aus Zuffenhausen zu benutzen. In den folgenden zwei Jahren entstanden diese Wagen auf Basis originaler 356-Fahrgestelle, die hierfür extra restauriert wurden. Die allermeisten von ihnen gingen an Kunden in den USA. Nummer 8 jedoch, das in unserer Bildergalerie gezeigte Auto, ging an die Brüder Alessio und Danilo Tesciuba in Rom. Als Basis besorgte Zagato einen 356 B T5 aus den USA und erstellte bis Ende 2017 das fertige neue Fahrzeug im Farbton 'Grigio Medio' mit einer Lederausstattung in 'Rosso Cartier'. Interessanterweise verließ der Wagen nie die werksseitigen Ausstellungsräume von Zagato, bis er kürzlich durch den Oldtimerhändler Girardo & Co. verkauft wurde.

Autor: Matthias Kierse - Secret Classics

Bilder: Girardo & Co.