Wunderschön restauriert

Opel 1,8 Liter Regent

Auto 21.02.2020
Opel 1,8 Liter Regent

In den späten 1920er Jahren dachte General Motors über eine Expansion in Richtung Europa nach. Zuerst stieg man 1925 beim finanziell angeschlagenen Hersteller Vauxhall in Großbritannien ein. Am 17. März 1929 folgte der Kauf von 80 Prozent der Anteile an der Adam Opel AG, die 1928 noch größter deutscher Autobauer mit 44 Prozent Marktanteil waren. Zwei Jahre später kaufte GM schließlich auch die restlichen 20 Prozent und wurde damit alleiniger Eigner. Die Gebrüder Opel hatten ihre Firma hauptsächlich wegen der Weltwirtschaftskrise verkauft, die ihre Kapitaldecke deutlich verkleinert hatte. Allein 1930 betrug der Verlust fast 14 Millionen Reichsmark. Sie blieben Mitglieder des Aufsichtsrates und konnten als Vertragsbedingung eine eigenständige Modellpolitik durchsetzen.

Kurz vor der endgültigen Übernahme durch General Motors brachte Opel den neuen 1,8 Liter als Mittelklassemodell auf den Markt. Unter der Motorhaube steckte ein 1,8 Liter großer Reihensechszylinder mit 32 PS und 100 Newtonmetern Drehmoment. Für die Kraftübertragung auf die Hinterräder sorgte ein manuelles Dreigang-Getriebe. Als Höchstgeschwindigkeit gab Opel offiziell 85 km/h an. Im finalen Produktionsjahr 1933 sorgte eine Leistungssteigerung auf 33,5 PS für 90 km/h Spitzentempo. Ein Jahr nach der Premiere des 1,8 Liter führte man die luxuriösere Ausstattungsvariante Regent ein, die an ein Oberklassemodell von 1928 erinnern sollte, das Opel auf Wunsch von General Motors nach nur wenigen gebauten Exemplaren einstellen und verschrotten musste. Vom 1,8 Liter gab es neben einem viersitzigen Tourenwagen, zwei- und viertürigen Limousinen, zweitürigen Cabriolets, zweitürigen Coupés und einer Roadster-Variante auch eine viertürige Pullman-Limousine. Bis Ende 1933 liefen 32.285 Exemplare vom Band.

Im Rahmen des Amelia Island Concours d'Elegance versteigert Bonhams einen Opel 1,8 Liter mit Cabrio-Karosserie aus dem Jahr 1932. Es erhielt jüngst eine umfangreiche Restaurierung, bei der jede Schraube und jedes Bauteil angefasst wurde. Nun erstrahlt die Karosserie in Kastanienbraun mit schwarz abgesetzten Kotflügeln und feinen beigefarbenen Pinstripes entlang der Seiten. Innen sorgen dunkelrote Lederbezüge für eine schöne Abrundung. Am Armaturenbrett findet sich eine Lampe mit Kristallglasabdeckung. Bonhams erwartet einen Zuschlagspreis zwischen 35.000 und 45.000 US$.

Autor: Matthias Kierse - Secret Classics

Bilder: Bonhams