Restauriert im Rennwagen-Stil

Jaguar XK120 für David Gandy

Auto 15.05.2019
Jaguar XK120 für David Gandy

Kennen Sie David Gandy? Falls ja haben Sie wohl ein Faible für Mode, falls nicht lernen Sie den Briten nun zumindest ein wenig kennen. Gandy wurde im Februar 1980 in Billericay/Essex geboren und arbeitet als männliches Model. In der Vergangenheit war er dabei unter anderem für Dolce & Gabbana, Zara, Hugo Boss oder H&M auf dem Laufsteg. Neben dieser Tätigkeit schreibt er Kolumnen für die britische Vogue und die britische GQ, wobei er nicht nur über Mode, sondern auch über Karriere, Antiquitäten, das Leben in London und Autos schreibt. Speziell die Klassiker der Marke Jaguar haben es ihm besonders angetan. Nachdem er 2013 eine Rennfahrerlizenz machte, wurde er bereits mehrfach von den Briten als Fahrer für die legendäre Mille Miglia in Italien eingeladen.

Dabei verliebte er sich endgültig in den ersten Seriensportwagen der Marke, der 1948 auf dem Markt erschien. Die Rede ist vom XK120. David Gandy gab bei Jaguar Classic in Warwickshire vor rund einem Jahr eine entsprechende Restaurierung in Auftrag, für die das Expertenteam zuerst einmal auf die Suche nach einem geeigneten Basisfahrzeug ging. Schließlich fand man ein 1954er Auto in Kalifornien. Gandy wünschte sich nicht einfach eine Restaurierung zurück in den Auslieferungszustand, sondern hatte ein paar Sonderwünsche. So möchte er den Klassiker in Zukunft selbst bei Klassiker-Rallyes einsetzen und ließ entsprechende Modifikationen vornehmen. Insgesamt flossen rund 2.700 Arbeitsstunden in den vergangenen elf Monaten in dieses Projekt.

Das originale Reihen-Sechszylinder-Triebwerk mit 3,4 Litern Hubraum erhielt alle gängigen Tuningmaßnahmen der 1950er, wodurch rund 45 zusätzliche Pferdestärken verfügbar sind, was die ursprüngliche Leistung von 180 auf 225 PS erhöht. Die Zündkerzen erhielten Stahlklammern, um sich bei der Fahrt nicht zu lösen. Hinzu kommt ein hochwertiges Auspuffsystem mit zwei Rohren anstelle des einen originalen. Ein schneller schaltbares Viergang-Renngetriebe überträgt die Kräfte auf die Hinterräder. Auch die Bremsen erhielten eine Überarbeitung mit Scheibenbremsen inklusive Vierkolbensätteln an der Vorderachse und aufgearbeiteten Trommeln an der Hinterachse. Komplett einstellbare Dämpfer helfen dabei, den Wagen für die jeweiligen Events feinabzustimmen.

Bei der Lackierung und der Ausstattung des Interieurs arbeitete Jaguar Classic eng mit David Gandy zusammen, der in allen Arbeitsschritten entscheiden durfte, wie sein Auto letztendlich aussehen soll. Für die Karosserie wählte er klassisches Schwarz, das in vier Schichten aufgetragen wurde. Insgesamt nutzte man dabei rund 13 Liter Farbe. Am Heck findet sich ein klassischer Tankschnellverschluss, wie er früher bei Rennen zum Einsatz kam. Anstelle der geknickten Windschutzscheibe sitzen zwei kleine Aero-Screens, wie es sie einst für den XK120 Lightweight gab. Auf den Sitzen, dem Armaturenbrett und an den Türen kommt gealtertes Leder im Farbton Saddle Tan zum Einsatz, das auf den Sitzflächen gitterförmig verwebt ausgeführt ist. Die Sitzrückseiten zeigen sich in Aluminium. Da David Gandy relativ groß ist, verlegte Jaguar Classic die Batterie von ihrem ursprünglichen Platz hinter dem Fahrersitz auf die Beifahrerseite, um mehr Raum für die Sitzschienen zu schaffen. Aus dem gleichen Grund wählte das britische Model ein Lenkrad im klassischen Stil, aber mit kleinerem Durchmesser als Original, was ihm mehr Beinfreiheit einräumt. Die Übergabe des fertiggestellten XK120 fand im Vorfeld des Formel-E-Rennens in Monaco am vergangenen Wochenende statt.

Autor: Matthias Kierse - Secret Classics

Bilder: Jaguar