Nachbau des Ferrari-Klassikers

GTO Engineering 250 SWB Revival

Auto 03.09.2020
GTO Engineering 250 SWB Revival

Vor rund 60 Jahren erschuf Ferrari einige legendäre Sportwagen, die heute zu den teuersten Klassikern der Welt zählen. Aus diesem Grund gibt es jedoch auch diverse Versicherungsunternehmen, die eine ordentliche, zweckmäßige Nutzung dieser Fahrzeuge strikt untersagen, um nicht in die Verlegenheit zu kommen, eklatant hohe Kosten decken zu müssen. Daher sehnen sich viele Besitzer nach Alternativen, die mit der klassischen Optik und ähnlichen Fahrwerten aufwarten. In Großbritannien ist das Unternehmen GTO Engineering ansässig, dessen Mitarbeiter zusammen mehr als 200 Jahre Arbeitserfahrung aufweisen und mehr als eine halbe Million Kilometer in den wertvollsten Ferrari-Modellen zurückgelegt haben. Nun arbeitet man dort an einer möglichst akkuraten Nachbildung des 250 GT SWB Berlinetta Competizione unter dem Namen 250 SWB Revival.

Alle Elemente und Komponenten des Originals erhielten für die Replik Überarbeitungen, um sie zu verbessern. So entsteht anhand von originalen technischen Zeichnungen ein Rohrrahmenchassis mit neuen Versteifungen und teilweise dickeren Rohrdurchmessern an den Stellen, die von den GTO-Mitarbeitern als Schwachstellen lokalisiert wurden. Darüber entsteht in Handarbeit aus einzelnen Aluminiumblechen die Karosserie. Interessenten haben die Wahl zwischen der klassischen Competizione-Ausführung ohne Stoßstangen oder der Berlinetta-Version mit den verchromten Anbauteilen. Farblich steht eine quasi unendliche Palette bereit, die auch klassische Renn-Liveries umfasst. Auch beim Interieur steht die Wahl zwischen einer straßentauglichen oder eher rennsportlichen Varianten. So können die belederten Sitze mit Kopfstützen und Hosenträgergurten ausgestattet werden. Zudem sind eine Klimaanlage, ein unsichtbar integriertes Radio, eine beheizbare Windschutzscheibe und unterhalb des Armaturenbretts ein USB-Ladepunkt für moderne GPS-Navigationsgeräte lieferbar.

Im Gegensatz zum Original erhält der 250 SWB Revival eine Auslegung für verschiedene V12-Triebwerke und Getriebe, je nach Kundenwunsch. Auf diese Weise kann das Fahrzeug wahlweise als Grand Tourer, Sportwagen oder Rennwagen mit Straßenzulassung abgestimmt werden. Hierfür entsteht im eigenen Haus ein V12-Motor nach den originalen Unterlagen von Gioacchino Colombo, der mit drei, 3,5, vier oder frei wählbarem Hubraum erhältlich ist und dessen Einzelaufbau rund 300 Arbeitsstunden in Anspruch nimmt. Dreifachvergaser sorgen für die Gemischaufbereitung. Die Kraftübertragung zur Hinterachse erfolgt über manuelle Vier- oder Fünfgang-Getriebe deren Innenleben bei GTO entsteht.

1960 war der Ferrari 250 GT SWB das erste Serienfahrzeug aus Maranello mit Scheibenbremsen rundum. Dieses Feature behält GTO Engineering natürlich auch für den 250 SWB Revival bei, bietet optional jedoch hitzebeständigere und leichtere Aluminium-Bremssättel an. Vor den Bremsscheiben sitzen entweder 15 oder 16 Zoll große Speichenräder mit Zentralverschlüssen. Die Abstimmung des Fahrwerks erfolgte auf Basis der gesammelten Erfahrungswerte mit dem Original.

Inzwischen hat GTO Engineering bereits mehr als 30 Exemplare des 250 SWB Revival weltweit verkauft, die am Firmensitz in Twyford/Großbritannien oder an der Niederlassung in Los Angeles ausgeliefert werden.

Autor: Matthias Kierse - Secret Classics

Bilder: GTO Engineering