Mit dem Chassis des Apollo IE

De Tomaso P72

Auto 04.07.2019
De Tomaso P72

Vor einigen Jahren versuchte eine italienische Unternehmergruppe die legendäre Automarke De Tomaso neu zu beleben. Aus dem in Genf präsentierten SUV Deauville wurde jedoch nie eine Serienversion, stattdessen ging die Firma pleite. Nun, pünktlich zum 60-jährigen Jubiläum, erfolgt ein erneuter Wiederbelebungsversuch, der sich von Anfang an deutlich besser aufgestellt zeigt. Gemeinsam mit Wyn Design machte sich das Team hinter dem neuen Apollo IE (Intensa Emozioni) daran, einen wirklich atemberaubend schönen Sportwagen mit dem Modellkürzel P72 zu erstellen. Als Basis diente dabei von Anfang an das Carbon-Monocoque des Apollo IE, allerdings mit eigenständigem oberen Aufbau, wodurch sich die Form der Türen und der Windschutzscheibe deutlich unterscheiden.

Der Name P72 nimmt Bezug auf ein Projekt, an dem Firmengründer Alejandro De Tomaso gemeinsam mit Carroll Shelby in den frühen 1960er Jahren arbeitete. Der P70 sollte in der Prototypenklasse bei Langstreckenrennen starten. Das P stand dabei für Prototipo und die 70 für den riesigen Hubraum von sieben Litern. Geplant war ein aufgebohrtes und weiter modifiziertes Triebwerk von Ford, das in den Serienfahrzeugen der Amerikaner mit 4,7 Litern Hubraum auskam. Peter Brock wurde für die Gestaltung von Karosserie und Chassis eingestellt. Bekannt war er bereits durch das Design der Chevrolet Corvette C2 Stingray und des Shelby Cobra Daytona Coupé. Allerdings kam es bald zu Spannungen zwischen De Tomaso und Shelby, die das Projekt stoppten. Alejandro De Tomaso kooperierte daraufhin mit der Karosseriebaufirma Ghia, die er bald darauf komplett kaufte, um den Prototypen fertigzustellen. Er hörte nun jedoch auf den Modellnamen Ghia-De Tomaso Sport 5000 und wurde auf dem Turiner Autosalon 1965 präsentiert.

54 Jahre später debütiert nun also der neue De Tomaso P72 beim Goodwood Festival of Speed und darf dabei auch gleich auf dem berühmten Hillclimb-Kurs den Berg hinauffahren. Zyn Design ist es klar gelungen, klassische Formen der 1960er Jahre in die heutige Zeit zu übertragen. Weiche Rundungen sorgen für eine außergewöhnliche Sportwagenkarosserie im Vergleich zu vielen Mitbewerbern der heutigen Zeit. Im Gegensatz zum historischen Vorbild, dem P70, soll der P72 tatsächlich in Produktion gehen. Allerdings ist diese mit 72 Exemplaren äußerst begrenzt. Zu den technischen Daten möchte De Tomaso erst in den kommenden Monaten genauere Daten bekanntgeben. Bestellungen und Anzahlungen können jedoch bereits getätigt werden. Der Grundpreis liegt dem Vernehmen nach bei rund 750.000,- €. Für Westeuropa hat Louwman Exclusive aus den Niederlanden den Vertrieb übernommen.

Autor: Matthias Kierse - Secret Classics

Bilder: De Tomaso