60 Jahre Aston Martin DB4

Bereits 1952 begannen bei Aston Martin die Arbeiten an einem Nachfolgemodell für den DB2, der zu diesem Zeitpunkt erst seit zwei Jahren angeboten wurde. Während im Hintergrund Harold Beach ein neues Chassis mit spezieller Vorderachskonstruktion sowie Tadek Marek einen 3,7 Liter großen Reihensechszylindermotor entwickelten, erhielt der DB2 in verschiedenen Karosserieformen und Bauserien weltweiten Zuspruch, bis Mitte 1959 die letzten Fahrzeuge die Werkshallen verließen. Nachdem die Plattform fertiggestellt war, erstellte Frank Feeley eine Karosserie für ‚Project 114‘, wie der Sportwagen zu diesem Zeitpunkt hieß. Allerdings fiel sein Entwurf bei der Besichtigung durch die Firmenleitung sang- und klanglos durch. Stattdessen erinnerte sich Chefentwickler John Wyer an einen zweisitzigen Roadster, den die italienische Karosseriebaufirma Touring auf Basis eines DB2 auf der Turiner Autoshow präsentiert hatten. Er entsandte Harold Beach nach Mailand, um gemeinsam mit den dortigen Designern eine neue Karosserieform für das fertige Fahrgestell zu finden.

Touring hatte sich besonders durch die hauseigene, patentierte Superleggera-Bauweise einen guten Ruf erworben, bei der Aluminiumbleche über einem dünnen Rohrrahmengeflecht angebracht werden. Innerhalb von nur sechs Wochen fanden Beach und der Italiener Federico Formenti jene Formen, die den DB4 heute bei Sammlern so begehrt machen. Zwei Prototypen entstanden bei Touring und fanden in Großbritannien bei Aston Martin großes Gefallen. Anschließend zertifizierten die Italiener den britischen Sportwagenhersteller, um unter Lizenz in Superleggera-Bauweise Fahrzeuge herzustellen. Nach der Weltpremiere des viersitzigen Aston Martin DB4 Saloon, wie das Coupé offiziell genannt wurde, auf dem Pariser Autosalon 1958 begann die Produktion im neuen Werk Newport Pagnell.

Ein Jahr nach der Markteinführung erweiterten die Briten das Angebot um eine Rennversion für die GT-Kategorie der damaligen Sportwagenmeisterschaft. Im Vergleich zum normalen DB4 kürzte Aston Martin den Radstand um 12,7 Zentimeter, baute die Rückbank aus und tauschte die Aluminium-Karosserie gegen eine aus einer leichteren Magnesium-Aluminiumlegierung mit neu gestalteter Frontpartie inklusive hinter Klarglasabdeckungen versenkten Scheinwerfern, wodurch das Gewicht um rund 84 Kilogramm gesenkt werden konnte. Zudem steigerte man die Motorleistung von serienmäßigen 239 auf knapp über 300 PS. Auf die 94 Exemplare dieses straßentauglichen Rennfahrzeugs folgten 19 weitere DB4 GT, die jedoch bei Zagato in Italien eingekleidet wurden. Die vierte Karosserievariante erschien 1961 gemeinsam mit der vierten Bauserie des DB4 und richtete sich eher an Cruiser als an Racer. Es handelte sich um das Convertible, von dem lediglich 70 Stück gebaut wurden. Übrigens kam der heute gebräuchliche Name ‚Volante‘ für die offene Version eines Aston Martin erst mit dem Nachfolger DB5 auf. Bis zum Produktionsende 1963 verließen insgesamt 1.110 DB4 die Produktionshallen in Newport Pagnell, wobei die finalen Fahrzeuge der Serie 5 bereits formal den DB5 vorwegnahmen – jenes Modell, das durch James Bond weltweite Berühmtheit erlangte.

Um das runde Jubiläum des DB4 angemessen zu feiern, fährt der Aston Martin Owners Club (AMOC) beim Concours of Elegance am Hampton Court Palace vom 31. August bis 2. September eine ganze Parade dieses Modells auf. Neben einem DB4 Prototyp sowie je einem Fahrzeug aus allen fünf Bauserien werden auch ein DB4 GT, ein DB4 GT Zagato und das Einzelstück DB4 Bertone Jet vor Ort sein. Hinzu kommt ein Exemplar des aktuell von Aston Martin gefertigten DB4 GT Continuation sowie das aktuelle Modellprogramm der Briten, bestehend aus Vantage, DB11, Rapide AMR und DBS Superleggera.

Bilder: Aston Martin