Für Freizeit und Gewerbe

50 Jahre Renault Rodeo

Auto 07.04.2020
50 Jahre Renault Rodeo

Zwei Jahre nach dem Plein Air nahm Renault ein weiteres Spaßfahrzeug auf Basis des R4 ins Modellprogramm auf. Diesmal diente das Fahrgestell des Kleinlieferwagens Fourgonnette als Grundlage, wovon aufgrund der eigenständig gestalteten Kunststoffkarosserie jedoch nichts mehr zu sehen war. Diese entstand, wie das gesamte Fahrzeug, bei ACL (Les Ateliers de Construction du Livradois et les Établissements Teilhol). Aus diesem Grund erhielten frühe Exemplare auch ein ACL- anstelle des Renault-Logos. Insgesamt gab es fünf Varianten des 'Rodeo' getauften Neulings. Ohne Verdeck und Türen trägt er den Beinamen 'Evasion', mit einem Stoffdach über dem Cockpit und einer Pickup-Ladefläche hieß er 'Chantier', mit langem Stoffdach über Cockpit und Ladefläche 'Coursière' und mit zusätzlichen Textilseitenteilen, Seitenscheiben und Kunststofftüren 'Quatre Saisons'. Hinzu kam die Lieferwagenversion 'Artisanale' mit blickdichtem Verdeck über der Ladefläche.

Da der R4 Plein Air bereits 1971 aus dem Modellprogramm entfiel, übernahm der Rodeo die Rolle des spaßigen Freizeitautos, richtete sich aber zusätzlich auch an Gewerbekunden. Beispielsweise sah Renault Einsatzmöglichkeiten auf Baustellen, Bauernhöfen, für Förster oder beim Militär. Hierfür legte man das Auto möglichst robust aus und sorgte dafür, dass der gesamte Innenraum bei Bedarf mit einem Gartenschlauch abgespritzt werden konnte. Auf besonderen Kundenwunsch konnte der R4 Rodeo bei Sinpar mit einem zuschaltbaren Allradantrieb ausgerüstet werden. Die Liste der Komfortoptionen blieb hingegen leer. Einzig der 'Quatre Saisons' erhielt ab Werk eine Heizung.

Unter der Motorhaube des R4 Rodeo steckte ein Vierzylindermotor mit 845 Kubikzentimetern, der 25 kW/34 PS entwickelte. Ab 1972 erweiterte Renault das Modellprogramm um den eckiger gestalteten R6 Rodeo mit einem 1,1-Liter-Motor und 32,5 kW/45 PS. Als Bodengruppe diente das Fahrgestell des Renault 6. Acht Jahre später tauschte man das Triebwerk gegen ein 1,3 Liter großes Aggregat mit 35 kW/47,5 PS aus. 1981 entfielen R4 Rodeo und R6 Rodeo aus dem Programm. Als Ersatz rückte jedoch der weiterhin bei ACL gefertigte Renault Rodeo ins Portfolio, deren Firmenname seit 1972 Teilhol Voiture Électrique lautete. Er blieb bis 1987 im Programm und entfiel ersatzlos aus den Preislisten. Allerdings baute Teilhol anschließend den sehr ähnlich gestalteten Tangara auf Basis des Citroën 2CV für weitere drei Jahre.

Autor: Matthias Kierse - Secret Classics

Bilder: Renault