Modell der Oberen Mittelklasse

40 Jahre Peugeot 505

Auto 10.05.2019
40 Jahre Peugeot 505

Manchmal sind Erbfolger wirklich nicht zu beneiden. In Königshäusern werden sie am vorangegangenen König gemessen, bei Familienunternehmen ist der Vater der Maßstab und im automobilen Sektor gilt es auch oft genug, sehr breite Reifenspuren auszufüllen. Ein gutes Beispiel hierfür war der 1979 präsentierte Peugeot 505, der den 504 ablösen sollte. Da dieses Modell sich jedoch als besonders robust erwiesen hatte, liefen letztlich bis 2005 in Asien, Afrika und Südamerika Kombis und Pickups vom Band. Der 505 übernahm diverse Teile des Fahrwerks und anfänglich auch die Motorenpalette vom Vorgängermodell. Diese befanden sich längseingebaut unter der Motorhaube und trieben die Hinterräder an. Querlenker mit MacPherson-Federbeinen vorn wurden bei den Limousinen mit einer Schräglenkerhinterachse kombiniert, während der ab 1981 zusätzlich angebotene Kombi namens Break eine Starrachse mit Panhard-Stab und Deichsel erhielt.

Antriebsseitig begann alles mit zwei Benzinern. Der 1,9 Liter Vergaser im GR oder SR leistete 96 PS, während der Einspritzmotor mit zwei Litern Hubraum im TI und STI auf 110 PS kam. Parallel dazu konnten die Kunden auch den 2,3 Liter großen Saugdiesel mit 70 PS im GRD oder SRD bestellen. Alle Triebwerke übertrugen ihre Motorkraft über ein manuelles Viergang-Getriebe. Ab 1981 erhielt der STI ein Fünfgang-Getriebe, während für alle anderen Motoren optional eine Dreigang-Automatik erhältlich war. 1982 ersetzte der erste Turbodieselmotor mit 80 PS als SRD Turbo den bisherigen SRD, während beim GRD der Hubraum bei gleicher Leistung aber höherem Drehmoment auf 2,5 Liter stieg. Zudem kam der STI nun auf 117 PS aus 2,2 Litern Hubraum. Ein Jahr später debütiert die 82 PS starke Basismotorisierung im GL, während der Basis-Diesel nun GLD hieß und 75 PS hatte. STI (nun mit 115 PS) und SRD Turbo kamen ab Werk nun mit Sperrdifferenzial an der Hinterachse. Zum Modelljahr 1984 veränderte Peugeot die Benennung der bisherigen Topversionen auf GTI (jetzt 123 PS) und GTD (jetzt 90 PS), während im Basismodell GL die Leistung auf 75 PS gesenkt wurde und alle Varianten über dem GL das Fünfgang-Getriebe serienmäßig erhielten. Neu ist der Turbo Injection mit 155 PS und 254 Newtonmetern Drehmoment aus 2,1 Litern.

Mitte 1985 erfolgte eine große Modellpflege, durch die der Peugeot 505 neue Schürzen in Wagenfarbe mit schmalen schwarzen Stoßleisten sowie größere Rückleuchten erhielt. Auch das Interieur erhielt eine Neugestaltung. Technisch entfiel das manuelle Viergang-Getriebe endgültig, während die Dreigang-Automatik einer Variante mit vier Vorwärtsfahrstufen wich. Dem Turbo Injection gönnten die Franzosen darüber hinaus eine Leistungssteigerung auf 167 PS und 260 Newtonmeter. Nur zwei Jahre später sorgt die Einführung des G-Kats jedoch für eine Reduzierung auf 150 PS, was durch gezielte Feinarbeit für 1988 wieder auf 174 PS erhöht werden konnte. Durch den Produktionsstopp des größeren 604 übernimmt der 505 ab 1987 zum einen die Rolle des Topmodells im Peugeot-Programm und zum anderen auch den V6-Motor mit 143 PS und geregeltem Katalysator. Neu ist der nun 105 PS starke Turbodieselmotor im GTD.

Ende 1990 entfällt die Limousine aus dem deutschen Programm, während der Break noch zwei Jahre weiter angeboten wird. Zusätzlich gab es Sonderaufbauten wie die verlängerte Limousine von Labbé oder den von Dangel hochgelegten Break mit Umbau auf Allradantrieb. Wie bereits das Vorgängermodell wurde auch der 505 noch einige Jahre lang in diversen Ländern weitergebaut, beispielsweise als Ghangzou-Peugeot GP 7202 bis 1997 in China. In Frankreich liefen bis 1992 exakt 1.351.254 Exemplare vom Band, davon 234.386 Kombis. Während der 505 hierzulande inzwischen beinahe völlig aus dem Straßenbild verschwunden ist, erfreut er sich auf dem afrikanischen Kontinent weiterhin größter Beliebtheit.

Autor: Matthias Kierse - Secret Classics

Bilder: Peugeot, Dangel