Koenigsegg Gemera Deutschlandpremiere

Der Sommer 2020 kann sich wettertechnisch durchaus sehen lassen. Dank der weltweit grassierenden Corona-Pandemie gibt es jedoch nur seltene Gelegenheiten für Autofans, um edle Karosserien zu betrachten. Entsprechend gern nimmt man Einladungen zu Veranstaltungen wahr, wenn sie ins Mailfach kommen. Selbst eine frühere Abreise aus dem Urlaub kommt unter diesen Umständen in Frage. So geschehen am 14. August, als Premium Automotive Concept Esser als offizieller Koenigsegg Vertragshändler für Deutschland und die Benelux-Staaten zur Deutschlandpremiere des Gemera und Jesko Absolut bat. Beide Fahrzeuge hätten eigentlich auf der Geneva International Motor Show stehen sollen, die bekanntlich aufgrund der beginnenden Pandemie in letzter Sekunde abgesagt wurde. Nun befinden sie sich auf einer Welt-Tournee zu allen Händlern. Da große Menschenansammlungen in engen Hallen aktuell keine gute Idee sind, verlegte man die Deutschlandpremiere auf das Test Center Aldenhoven, wo unter freiem Himmel viel Platz für schöne Autos und interessierte Kunden war.

Vor einem eigens angemieteten Truck für den Catering-Bereich und bequemen Sitzecken standen die Hauptakteure der Veranstaltung V-förmig aufgestellt in Reih und Glied. Neben den beiden Premierenfahrzeugen sorgte Markus Esser für einen schönen Überblick über die bisherige Firmengeschichte von Koenigsegg. Hierfür lud er einige Kundenfahrzeuge ein und stellte seine aktuelle Flotte von Gebrauchtwagen bereit. Vom nur sechs Mal gebauten CC 8S reichte dieser Querschnitt über den CCR, den CCX, den CCXR und den Agera bis hin zum Agera R und One:1, dessen Namensgebung auf das Leistungs-Gewichts-Verhältnis zurückgeht. Auf 1.360 PS treffen hier nur 1.360 Kilogramm. Selbst zwei Exemplare des aktuellen Hybrid-Supersportwagens Regera aus Kundenbesitz konnten bestaunt werden.

Um die Unterschiede des Jesko Absolut bestmöglich aufzeigen zu können, schickte Koenigsegg auch gleich den normalen Jesko in der Track-Spezifikation mit nach Aldenhoven, der bereits im vergangenen Jahr in Genf debütierte. Mit dem Absolut strebt die kleine schwedische Marke einen Angriff auf die 500-km/h-Marke an, womit dies das erste straßenzugelassene Auto mit dieser Höchstgeschwindigkeit wäre. Hierfür veränderte man gezielt die Aerodynamik an Front und Heck, um möglichst wenig Luftwiderstand zu haben. In die hinteren Carbon-Felgen können Abdeckungen montiert werden, um die Aerodynamik zusätzlich zu verbessern.

Daneben stand der neue Koenigsegg Gemera im Zentrum der Aufmerksamkeit. Kein Wunder, handelt es sich doch um das erste Familienfahrzeug von Koenigsegg. Vier vollwertige Sitzplätze und ordentlich Stauraum treffen auf einen Dreizylinder-Turbomotor in Kombination mit einem Hybridsystem. Somit sorgen insgesamt 1.700 PS und 3.500 Newtonmeter Drehmoment für den Vortrieb. Erste Serienfahrzeuge sollen erst frühestens 2022 zu den wartenden Kunden rollen, von denen jedoch bereits etliche vorbestellt und angezahlt haben.

Im Bereich hinter dem Catering-Truck gab es genügend Platz für Kunden, die im eigenen Sportwagen angereist waren. Zudem stellten Rimac und BAC hier ebenfalls ihre neuesten Kreationen vor. Esser ist offizieller Händler für die kroatischen Elektrosportwagen und freut sich bereits auf die bald anlaufende Serienfertigung des Rimac C_Two, während der britische Sportwagenbauer BAC die neueste Variante des einsitzigen Mono eigentlich auch in Genf präsentiert hätte. Zwei weitere BAC, einige McLaren, Ferrari, Porsche, Lamborghini und Mercedes-Benz füllten die Parkplätze ebenso aus, wie ein Pagani Huayra Roadster oder ein Wiesmann MF4 GT. Wer wollte, konnte mit seinem Auto wahlweise auf dem Ovalkurs mit Steilkurven, einem engen Handlingkurs oder einer von der Feuerwehr bewässerten Drift-Arena fahren. Für viele Besucher fühlte sich diese Veranstaltung dadurch wie die Rückkehr zur Normalität an, obwohl wir auf diese wohl noch einige Zeit lang warten müssen.

Bilder: Matthias Kierse