Bugatti Emblem Macaron

Das rote, ovale Markenlogo von Bugatti ist seit über 110 Jahren weltbekannt. Am Ende des Jahres 1909 befestigte Firmengründer Ettore Bugatti erstmals eine entsprechende Metallplakette am Kühlergrill eines von ihm entwickelten Autos, eines Typ 13. Die Idee zur weißen Schrift auf rotem Grund hatte er bereits einige Zeit vorher, als er noch bei Deutz in Köln arbeitete. Rot symbolisiert Kraft und Leidenschaft, Weiß die Eleganz und den Adel. Hinzu kommt Schwarz für die aneinandergefügten Initialen des Firmengründers über dem Markenschriftzug, was für Exzellenz und Mut steht. Rund um die rote Fläche sitzen 60 rote Punkte auf einem weißen Band, die der Legende nach Perlen oder Drähte im Stil des ‚Art Noveau‘ symbolisieren.

Als findiger Ingenieur sorgte Ettore Bugatti nicht nur für die Grundgestaltung, sondern zusätzlich auch für Konstruktionszeichnungen. Aus diesen geht hervor, dass die Grundform durch den Schnitt eines Zylinders mit 45 Millimetern Durchmesser in einem Winkel von 30 Grad. Eine große Kühlerfigur, wie sie damals bei anderen Marken üblich war, kam für einen Bugatti nicht infrage, da sie den Luftstrom gestört hätte. Einzig der herrschaftliche Typ 41 Royale war eine Ausnahme und erhielt eine Nachbildung jenes stehenden Elefanten, den sein Bruder Rembrandt Bugatti kurz vor seinem Tod als Statue gestaltet hatte. Dank roter Emaille erhielt das Logo trotzdem einen dreidimensionalen Effekt.

Seit der Wiederbelebung von Bugatti unter dem Dach des Volkswagen Konzerns entstehen die Logos aus massivem 970er Sterlingsilber bei der Firma Poellath GmbH & Co. KG Münz- und Prägewerk im bayerischen Schrobenhausen, deren Geschichte bis ins Jahr 1778 zurückreicht. Seither sind die Punkte und die Buchstaben um rund zwei Millimeter erhaben, was den dreidimensionalen Effekt verstärkt. Beim Chiron wuchsen die Logos im Vergleich zum Veyron um 14 Millimeter in der Breite und um acht Millimeter in der Höhe. Bei Sondermodellen wie dem Veyron Super Sport WRC, dem Veyron Grand Sport Vitesse WRE, dem Chiron Noire oder dem Chiron Super Sport 300+ ließ Bugatti den Hintergrund des Logos in schwarz gestalten. Poellath erstellt zudem auch die kleinen Logos für die Fahrzeugschlüssel.

Für die Herstellung der Fahrzeuglogos benötigen Mitarbeiter von Poellath insgesamt mehr als zehn Arbeitsstunden, die sich aufgrund von Abkühl- und Trocknungszeiten allerdings auf mehrere Arbeitstage verteilen. Alles beginnt mit dem mehrmaligen Prägen des Silber-Rohlings in einer 1.000-Tonnen-Presse, wodurch sich die Konturen deutlicher zeigen als bei vergleichbaren Gussteilen. Anschließend erfolgt die Bemalung mit Emaille, wobei es sich um auf Eisen aufgeschmolzenes Glas handelt. Die für Bugatti entwickelte Emaille wurde eigens entwickelt, um schadstofffrei zu sein. Früher bestand Emaille gut zur Hälfte aus Blei. Zur Aufbringung müssen die glasartigen Granulatkörner auf 750 bis 900 Grad erhitzt werden. Bei rund 600 Grad erstarrt die Emaille bereits, während sich die Silberschicht dahinter weiter zusammenzieht und dadurch für eine leichte Wölbung des Macaron-Logos sorgt. Die Schleif- und Politurprozesse erfolgen anschließend von Hand. Zum Schluss verlötet ein Mitarbeiter die Befestigungsbolzen an der Rückseite. Diese halten das Logo im hufeisenförmigen Kühlergrill des jeweiligen Fahrzeugs.

Bilder: Bugatti