65 Jahre Produktionsstart bei Volkswagen Hannover

Heute, am 8. März, wird das Werk von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover-Stöcken 65 Jahre alt. Ursprünglich lief der Typ 2 T1 parallel zum Käfer (Typ 1) in Wolfsburg vom Band. Dort reichten die Produktionskapazitäten jedoch bald nicht mehr aus, weshalb man sich nach Alternativen umschaute. Aus über 235 Städtebewerbungen wählte man Hannover aus. 1956 konnte schließlich das neu errichtete Werk in der niedersächsischen Landeshauptstadt eröffnet werden. Seither entstehen hier der Bulli und andere leichte Nutzfahrzeuge. Momentan findet eine umfangreiche Modernisierung der Produktionseinrichtungen statt, um ab Mitte des Jahres den neuen Multivan T7 bauen zu können. 2022 folgt der elektrische ID-Buzz und ab 2024 weitere Premium-Elektrofahrzeuge des D-SUV-Segments für verschiedene Konzernmarken.

Erfolgreiches Werk am Mittellandkanal

„Das Werk wird heute 65 Jahre alt – aber in Rente geht es noch lange nicht“, richtet Werkleiter Thomas Hahlbohm einige Worte in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter. Zwar können diesmal aufgrund der Corona-Pandemie keine Jubiläumsaktivitäten stattfinden, ein Rückblick ist aber dennoch möglich. Ab 1956 bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt liefen in Hannover etwa 9.228.000 Bullis der Baureihen T1, T2, T3, T4, T5 und T6 vom Band. Hinzu kamen rund 43.000 Käfer und 181, knapp über 810.000 LT und LT 2, 1.500 e-Crafter, 61.000 Taro und 176.500 Amarok. Das Werk am Mittellandkanal erlebte derweil den Wandel von der Wirtschaftswunderzeit in die digitale Ära. Dabei wuchs es stetig. Anfänglich, im Winter 1954/55, waren nur 372 Arbeiter auf der Baustelle beschäftigt, die vor allem dem Schnee in diesem Winter trotzen mussten. Im März 1955 stieg die Zahl der Bauarbeiter auf über 1.000, die den aufgeweichten Boden mit Holzbohlen sichern mussten. Zwei Monate später waren bereits 2.000 Arbeiter auf der Baustelle.

Kontinuierliches Wachstum

Um die Bauaktivitäten zu koordinieren, entstand eine kleine provisorische Stadt aus Baubüros, Barracken für Versorgung und Unterkünfte sowie Kantinenzelten. Schnell siedelten sich auch Händler mit Verkaufsbuden an. Dank 28 Kränen und 22 großen Betonmischanlagen standen nach nur 12 Wochen bereits vier Meter hohe Grundmauern. Täglich kamen 5.000 Kubikmeter frischer Beton hinzu. Parallel entstand der zehngleisige Anschluss ans Bahnnetz, während in Wolfsburg Mitarbeiter auf die Produktion geschult wurden. Zum Serienanlauf des T1 sind es 4.000 Mitarbeiter. Bis 2020 stieg ihre Anzahl auf 14.800. Das gesamte Werk umfasst inzwischen eine Fläche von 1,1 Millionen Quadratmetern, vergleichbar mit fast 152 Fußballfeldern.

Bilder: Volkswagen Nutzfahrzeuge