50 Jahre Renault 15 und 17

Heutzutage gehören rassige Sportcoupés bei französischen Autoherstellern leider nicht mehr zum Modellportfolio. Das war mal anders. Mit Caravelle und Floride gab es bei Renault beispielsweise ab den späten 1950er Jahren zwei formschöne Angebote. Anfang der 1970er Jahre folgten gleich zwei Baureihen, die sich zwar optisch unterschieden, technisch jedoch sehr eng miteinander verwandt waren. Die Rede ist vom Renault 15 und Renault 17, die im Oktober 1971 auf dem Pariser Autosalon debütierten. Der letztgenannte Wagen hieß in Italien Renault 177, da die 17 als Unglückszahl gilt. Auf dem US-Markt war er als Renault Gordini Coupé Convertible bekannt, wobei sich dieser Name auf das große Stoffschiebedach bezog, das in Europa optional blieb. Beide entstanden von 1971 bis 1979 insgesamt rund 305.000-mal. Als technische Basis nutzte man das Fahrgestell des R12. Neben dem Produktionsstandort der Société des Usines Chausson in Maubeuge, Frankreich, entstand der R15 auch im spanischen Palencia.

Renault 15

Aus heutiger Sicht würde man beim Renault 15 von einem Kombi-Coupé sprechen. Auf deutsch übersetzt verbirgt sich dahinter ein Zweitürer mit langem Dach, großen Seitenscheiben und relativ steil stehender, großer Heckklappe. Im Gegensatz zum R17 gab es für den R15 kein Schiebedach. Unter der Karosserie verbarg sich ein Fahrgestell mit Vorderradantrieb und Motoren aus dem Renault 12 und Renault 16. Im R15 TL steckte ein 1,3 Liter großer Reihenvierzylindermotor mit 40 kW/54 PS. Alternativ gab es den R15 TS mit 66 kW/90 PS aus 1,6 Litern Hubraum. Während die Vorderräder einzeln an doppelten Querlenkern mit Teleskopstoßdämpfern und Schraubenfedern aufgehängt waren, kam hinten eine Starrachse mit gezogenen Längslenkern und einem zentralen Dreieckslenker zum Einsatz. Für die Verzögerung sorgten vorn Scheiben- und hinten Trommelbremsen. Im März 1976 erhielt der Renault 15 größere Scheinwerfer, eine leicht veränderte Heckpartie und als TL eine hochwertigere Grundausstattung.

Renault 17

Abgesehen von den Scheinwerfern (runde Doppelscheinwerfer anstelle der rechteckigen Lampen des R12) entsprach die Frontalansicht des Renault 17 der des Renault 15. Auch der Blick direkt auf das Heck ist identisch. Im Profil fallen hingegen deutliche Unterschiede auf. Wo beim R15 ein großes, ausstellbares hinteres Seitenfenster wartet, sind es beim R17 zwei kleinere Scheiben. Die vordere lässt sich per Kurbel versenken und die hintere verbirgt sich hinter einem Gitter. Passend zur größeren Modellnummer positionierte Renault den R17 bewusst ein wenig oberhalb des R15. So erhielt der R17 TL das gleiche Triebwerk mit 66 kW/90 PS wie der R15 TS. Darüber rangierte der R17 TS mit D-Jetronic-Einspritzanlage kam auf 79 kW/108 PS. Diese Leistungsdaten übernahm zwischen 1974 und 1977 der R17 Gordini. Anschließend kehrte der R17 TS ins Programm zurück, allerdings wieder mit Doppelvergasern und nur noch mit 72 kW/98 PS. Zudem erfolgte im Frühjahr 1976 eine Modellpflege mit größeren Scheinwerfern und modifiziertem Heck. Auch im Rallyesport fand man den R17.

Heute selten, aber günstig

Im Frühjahr 1980 erschien mit dem Fuego ein Nachfolgemodell für beide Baureihen. Obwohl vom R15 mehr als doppelt soviele Exemplare wie vom R17 entstanden sind (209.887 zu 94.969 Stück), erblickt man beide Fahrzeuge nur selten auf Oldtimertreffen oder -messen. Hauptgrund hierfür ist das leidige Thema Rost, das einen Großteil des Bestands betraf. Umso erstaunlicher, dass gut erhaltene Fahrzeuge heute immer noch im Preisbereich zwischen 10.000 und 20.000 € erhältlich sind.

Bilder: Renault