50 Jahre Mazda RX-3

1971 debütierte bei Mazda ein neues Mittelklassemodell. Dieses gab es in verschiedenen Ausführungen. Mit traditionellem Kolbenmotor lautete die Bezeichnung je nach Markt Grand Familia (Japan), 808 (USA, Australien) oder 818 (Europa). Ab 1976 hieß die Version mit 1,3-Liter-Motor in den USA Mizer. Daneben gab es jedoch auch den RX-3, dessen Name für Markenfans bereits die Antriebstechnik andeutet. Wie auch bei den später vorgestellten Sportwagenmodellen RX-7 und RX-8 arbeitete hier ein Kreiskolbenmotor nach dem Prinzip von Felix Wankel unter der Haube. Erstmalig nutzte der japanische Hersteller einen solchen Motor 1967 im Cosmo Sport 110S. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte errang man einen hervorragenden Ruf auf diesem Gebiet. Nach dem Ausstieg von NSU, Citroën, Mercedes-Benz und anderen Herstellern war Mazda schließlich sogar der final verbliebene Vertreter dieser Motorengattung.

Vom Cosmo Sport 110S zum RX-3

Auf den Cosmo Sport 110S folgten das R100 Familia Coupé und das größere R130 Luce Coupé mit Design von Bertone. Ab 1970 tauchte schließlich das RX-Kürzel erstmals am RX-2 Coupé auf. Mit dieser Modellreihe begann Mazda auch den Export von Wankelfahrzeugen nach Europa und in die USA. Ende 1970 erreichte man insgesamt 100.000 gebaute Rotationskolbenmotoren und präsentierte das keilförmige Mittelmotor-Konzeptauto RX-500. Um das Angebot weiter abzurunden, erschien im September 1971 der neue RX-3 als Limousine, Coupé und Kombi. Damit gab es erstmals einen Wankel-Kombi. Auch wenn die Bezeichnung etwas anderes impliziert: Der RX-3 war kleiner als der RX-2 und auch nicht dessen Nachfolgemodell. Auf dem heimischen Markt in Japan stand der Wagen als Savanna bei den Händlern. Abgesehen von der bereits eingangs erwähnten Modellvielfalt mit Rotations- oder Hubkolbenmotoren gab es zwischen 1973 und 1981 zusätzlich den in Lizenz gefertigten, optisch baugleichen Kia Brisa (K303).

Typisches Design der 1970er

Um für die Kundschaft eine gewisse Unterscheidungsmöglichkeit zu schaffen, erhielten Wankel- und Hubkolben-Versionen einige eigenständige Details. Dies beginnt mit unterschiedlichen Scheinwerfern und Grilleinsätzen und reicht bis zur Form der Logos. Beim RX-3 sind sie passenderweise wie der Rotationskolben geformt. Das Coupé überzeugt auch heute noch mit einer schönen Linienführung und typischem 70er Jahre Design. Dazu zählen vor allem die verchromten Stoßstangen und Außenspiegel. Weitere Chromakzente finden sich rund um Scheinwerfer, alle Scheiben sowie an den Radkappen. Am Heck sorgen sechs runde Rückleuchten für einen hübschen Abschluss. Limousine und Kombi stehen dem Zweitürer optisch nur wenig nach. 1973 sorgte ein kleines Facelift für eine spitzere Nase und Akzente außen neben den Doppelscheinwerfern. Ab 1975 konnten sich Kunden erstmals für Metallic-Lackierungen entscheiden. Im Gegensatz zum RX-3 hatten die normal motorisierten Modellgeschwister immer entweder rechteckige oder einzelne runde Scheinwerfer.

Zwei Wankelmotoren zur Auswahl

In Japan, Australien und Europa rollte der Savanna und RX-3 anfänglich ausschließlich mit dem 10A genannten Zweischeibenmotor auf die Straße. Dieser holte aus zweimal 491 Kubikzentimetern Kammervolumen (982 ccm Hubraum) 81 kW/110 PS und 135 Newtonmeter Drehmoment. Je nach Karosserieversion reichte dies für 160 bis 180 km/h Höchstgeschwindigkeit. Derweil erhielten US-Kunden von Anfang an den größeren 12A-Motor mit 1.146 ccm Hubraum (zweimal 574 ccm). Dieser kam ab 1972 auch im Savanna GT und optional im RX-3 zum Einsatz. Mit 95 kW/130 PS und 157 Newtonmetern beschleunigte er das Coupé auf bis zu 190 km/h. 1974 entfiel der 10A aus dem Programm. Zwei Jahre später endete der Export nach Australien und Neuseeland, 1978 schließlich die gesamte Produktion. Insgesamt entstanden 286.757 Exemplare, wodurch der Savanna/RX-3 bis heute das zweitmeist verkaufte Wankelauto ist. Platz 1 hält der RX-7 mit seinen drei Modellgenerationen und 811.634 gebauten Autos.

Der RX-3 im Motorsport

Mit dem RX-3 Coupé ging Mazda auch auf die Rennstrecke. Dabei ging es speziell darum, den Nissan Skyline anzugreifen. Seinen Ersteinsatz erlebte der Wankel-Sportwagen bei der Tourist Trophy in Fuji im Dezember 1971 mit einem Sieg. Es folgte ein Dreifachsieg beim Großen Preis der Tourenwagen in Fuji und der Meisterschaftstitel in der Fuji Grand Champion Touring Car Klasse 1972, 1973 und 1975. 1976 fuhr ein RX-3 den 100sten Rennsieg dieser Modellreihe innerhalb Japans ein. Zugleich gab es ebenfalls Einsätze in Europa, den USA und Australien. 1973 erreichte ein RX-3 den zweiten Platz in seiner Klasse und den neunten Gesamtrang beim Bathurst 1000. Zwei Jahre darauf steuerten Hiroshi Fushida und Don Holland einen RX-3 auf den fünften Gesamtrang hinter vier Holden. Bei den 24 Stunden von Daytona 1975 erreichte ein RX-3 Rang drei in der Klasse und Rang 14 insgesamt. Europäische Privatfahrer nutzten das Coupé in Tourenwagenrennen und im Rallyesport.

Bilder: Mazda