40 Jahre Lamborghini Jalpa

Lamborghini ist heutzutage eine Automarke mit drei Sportwagenmodellen und einem SUV. Bereits ab den 1960er Jahren gab es jedoch mehr als eine Modellreihe im Programm. Ende der 1970er Jahre liefen zeitgleich fünf verschiedene Sportwagen vom Band in Sant’Agata. Auf dem Genfer Autosalon 1981 debütierte schließlich mit dem Jalpa das finale Fahrzeug der V8-Einstiegssportwagenserie, die mit dem Urraco 1970 ihren Anfang nahm. Ab 1975 gab es den Silhouette. Durch die zu breit aufgestellte Modellpalette und die finanziellen Probleme des Unternehmens entstanden vom Silhouette jedoch lediglich 55 Exemplare innerhalb von drei Jahren. Darunter vier US-Versionen und neun rechtsgelenkte Wagen. Nach einer zweijährigen Produktionspause entstand auf der gleichen technischen Plattform und mit sehr ähnlichem Design der neue Jalpa.

V8-Motor mit 255 PS

An der Karosserieform arbeiteten Bertones damaliger Chefdesigner Marc Deschamps und Giulio Alfieri, damals Geschäftsführer und Technischer Direktor von Lamborghini. Während der Silhouette zu den seltenen Ausnahmen zählte, in denen ein Lamborghini nicht den Namen eines Kampfstiers erhielt, kehrte man beim Jalpa zu dieser Tradition zurück. Korrekterweise muss man an dieser Stelle von einer Kampfstierrasse sprechen, der Jalpa Kandachia. Hinter den Passagieren werkelte weiterhin ein Aluminium-V8-Saugmotor mit vier obenliegenden Nockenwellen, der nun auf 3,5 Liter Hubraum erweitert worden war. Daraus kitzelten die Ingenieure mittels vier Weber-Doppelvergasern eine Leistung von 187 kW/255 PS und ein maximales Drehmoment in Höhe von 319 Newtonmetern. Dies ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 249 km/h.

Felgen vom Athon Concept

Auf dem Genfer Autosalon zeigte Lamborghini einen frühen Prototypen des Jalpa, der aus einem Silhouette entstanden war. Die spezielle Lackierung in Bronze metallic konnte durchaus überzeugen. Einige Details an der Karosserie und im Interieur gingen so nicht in Produktion. Bis zum Serienanlauf dauerte es noch rund ein Jahr. An der halbtragend ausgelegten Rohkarosserie hingen vorn und hinten schmale Stoßstangen aus schwarzem Kunststoff. Auch die hinter den Seitenscheiben montierten Lufteinlässe waren in schwarz ausgeführt. Vom kurz zuvor gemeinsam mit Bertone präsentierten Concept Car Athon übernahm man das Design der 16 Zoll großen Leichtmetallräder. Pirelli lieferte P7-Niederquerschnittsreifen zu. Im Gegensatz zum Silhouette erhielt der Jalpa ein leicht abnehmbares Targadach aus Kunststoff, das in einem speziellen Fach hinter den Sitzen untergebracht werden kann.

Letztes V8-Modell für 30 Jahre

Drei Jahre nach der Weltpremiere präsentierte Lamborghini erneut in Genf die zweite Bauserie des Jalpa. Diese erhielt etwas breitere Stoßstangen (auf Wunsch in Wagenfarbe), abgerundete Heckleuchten und eine modifizierte Innenausstattung. Diese beinhaltete jedoch weiterhin viel Leder und hochwertigen Teppich. In dieser Form lief der Wagen bis 1988 im Modellprogramm. Nach insgesamt 420 Exemplaren lief damit die V8-Baureihe aus. Konzeptionell nahm erst der Gallardo im Jahr 2003 diesen Platz im Portfolio wieder ein. V8-Triebwerke kehrten jedoch noch später in einen neuen Lamborghini zurück – 2018 im SUV-Modell Urus. Gut erhaltene Exemplare des Jalpa erzielen heutzutage relativ geringe Preise. So versteigerte beispielsweise RM Sotheby’s 2020 ein Auto aus der Petitjean Collection für 66.000 €.

Bilder: Lamborghini