30 Jahre Goldener Vogel in Köln

Zu den Wahrzeichen von Köln zählt nicht nur der berühmte Dom. Die historische Stadt am Rhein bietet viele Denkmäler und architektonische Sehenswürdigkeiten. Auf Rang drei liegt dabei laut einer Umfrage, die 2003 von Studenten der Universität Köln durchgeführt wurde, ein ganz besonderes Denkmal mit automobilem Bezug: Der ‚Goldene Vogel‘ von HA Schult. Gestaltet wurde er gemeinsam mit zehn weiteren Kunstprojekten im Jahr 1989 zur Markteinführung der dritten Modellgeneration des Ford Fiesta. Tatsächlich erhielt der Aktionskünstler HA Schult von Ford elf nagelneue Fiesta zur freien Verfügung und zudem finanzielle Unterstützung für die von ihm geplanten Kunstprojekte. Diese sorgten an zehn Tagen und Nächten im April 1989 für Aufsehen in Köln. Als Titel der Installationen, die auch die Türme des Doms und den Rhein mit einbezogen, wählte Schult ‚Fetisch Auto‘. Während die anderen zehn Fiesta-Kunstprojekte im Anschluss an Sammler in aller Welt gingen, blieb der ‚Goldene Vogel‘ in Köln.

Ford-Ingenieure und -Auszubildende hatten dabei geholfen, die je fünf Meter breiten und rund 150 Kilogramm schweren goldenen Flügel seitlich am ebenfalls golden lackeirten Fiesta anzubringen. Hierfür erhielt die Karosserie im Innenraum zusätzliche Stahlrohre als Haltepunkte. Während der Kunstaktion ‚Fetisch Auto‘ parkte der ‚Goldene Vogel‘ auf dem Dach des Stapelhauses. Dort konnte das Kunstwerk jedoch nicht dauerhaft verbleiben. Auf der Suche nach einem neuen Standort stieß man schließlich auf Werner Schäfke, den damaligen Direktor des Kölner Stadtmuseums. Er bot den Zeughausturm am Westende des Museums an, der schließlich auch ausgewählt wurde. Ford als Inhaber der Kunst-Fiesta schenkte den ‚Goldenen Vogel‘ dem Stadtmuseum und am 25. April 1991, also vor 30 Jahren, schwebte er an einem Kran hängend auf seinen neuen Standort. Seither kam er nur zweimal wieder herunter, um gereinigt und instandgesetzt zu werden. Zuletzt war dies im November 2012 der Fall.

Bilder: Ford